Presse/Aktuelles

MESSKIRCH (Südkurier 6. Mai 2013)

Abschlussklassen lernen wieder gemeinsam: So verändert Corona den Schulalltag in den Meßkircher Schulen

 

Von HERMANN-PETER STEINMÜLLER

Das Leben ist an die Schulen der Heidegger-Stadt zurückgekehrt. Jedenfalls teilweise und mit vielen Neuerungen. Am Martin-Heidegger-Gymnasium (MHG), an der Grafen-von-Zimmern-Realschule und an der Conradin-Kreutzer-Schule sitzen die Mitglieder der Abschlussklassen wieder in den Klassenzimmern, um sich auf die Prüfungen vorzubereiten. Außerdem hat der Unterrichtsalltag für jene Schüler begonnen, die sich im nächsten Jahr der Abschlussprüfung stellen werden. Wie das abläuft:

Den Begriff Unterrichtsalltag müssen Lehrer und Schüler nun neu lernen. Denn normal ist an diesem Alltag im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit so gut wie nichts. Mundschutzmasken, Desinfektionsmittel, Mindestabstand im Klassenzimmer sind einige der Neuerungen.

Zumindest eine positive Auswirkung hat der Ausnahmezustand für alle Schüler in ganz Baden-Württemberg. Darauf weist Steffen Heyden hin. Der Realschulrektor erklärt: „Aufgrund der besonderen Umstände gibt es zu diesem Schuljahresende landesweit kein Sitzenbleiben. Nur die Abschlussschüler müssen sich wie in jedem Jahr ihren Prüfungen stellen.“

Mit den Jahrgängen, bei denen in diesem oder im nächsten Jahr die Abschlussprüfungen anstehen, sowie den Prüfungsklassen der beruflichen Schulen hat der stufenweise Wiedereinstieg in den Präsenzunterricht begonnen. Darüber hinaus wird an den Schulen eine Notbetreuung angeboten und der Fernlernunterricht für alle anderen Schüler wird fortgesetzt. Für die Schüler, die über elektronische Medien nicht gut erreicht werden, sollen laut Kultusministerium gezielt Präsenzangebote geschaffen werden. Aufgrund der besonderen Umstände gibt es dieses Jahr kein Sitzenbleiben.

Doch auch für sie gibt es etwas Positives zu berichten. Die Jugendlichen werden wegen der neuen Abstandsregelung in Kleingruppen unterrichtet und dabei speziell auf die Prüfungsaufgaben vorbereitet. Der Unterricht findet nur in den Fächern statt, die auch Gegenstand der Abschlussprüfung sind. Der Rektor zeigt sich überzeugt: „Die Schüler gehen sehr gut vorbereitet in die Prüfungen.“

Schulinterne Maskenpflicht an der Realschule

Wie der neue Unterricht in der Praxis aussieht, wird bei einem Besuch in einem Klassenzimmer deutlich. Die Schüler sitzen im vorgeschriebenen Abstand von mindestens 1,50 Metern zueinander an Einzeltischen. An der Realschule herrscht eine schulinterne Maskenpflicht. Allerdings nur auf den Gängen und in den Pausen. Im Unterricht dürfen die Masken abgenommen werden. Das entspricht auch der Regelung, die für das benachbarte MHG gilt.

Heyden zeigt sich mit dem Umgang von Eltern, Kollegen und Schülern mit den neuen Hygienemaßnahmen zufrieden. Seine Schule habe sich bei einem kleinen Unternehmen aus dem Kreis Tuttlingen mit Mundschutzmasken eingedeckt, um jedem Schüler eine anbieten zu können. „Das sind auch aus ökologischen Gründen Masken aus Stoff, die gewaschen und dann wieder getragen werden können.“

Händedesinfektion und ausgeschilderte Wege durchs Schulhaus sollen Infektionsrisiko minimieren

Im MHG sieht es für die Schüler ähnlich aus. Gleich am Eingang werden die Besucher des Schulhauses dazu angehalten, sich die Hände zu desinfizieren.

Im Schulhaus selbst sind die Wege so ausgeschildert, dass sich die Schüler so wenig wie möglich begegnen. Zusammen mit seiner Kollegin Simone Hägele-Schatz hat sich Schuldirektor Tobias Andelfinger in den Tagen vor der Wiederaufnahme des Unterrichts um die Ausarbeitung der Stundenpläne und die Nutzung der Räumlichkeiten gekümmert. „Wegen der Abstandsregelung brauchen wir mehr Klassenräume.“

Schulleiter befürchten Platzprobleme

Das sei jetzt, wo die anderen Schüler noch zu Hause bleiben müssen, kein Problem. Sollten aber nach dem Ende der Sommerferien die Corona-Viren noch immer den Alltag diktieren, befürchtet Andelfinger Platzprobleme. Diese Sorge teilt er mit Steffen Heyden und mit Gabriele Weiß, die die Conradin-Kreutzer-Schule leitet. Die drei Schulleiter hätten dann auch mit Personalsorgen zu kämpfen, zeigen sie sich überzeugt.

Gegenwärtig wird nach einer Absprache der Schulleiter nur vormittags unterrichtet. Das liegt, wie Steffen Heyden erklärt, an den großen Einzugsbereichen der Schulen und damit verbunden an den Busfahrplänen. Lösungsmodelle könnten Teil-Schulbesuche sein. Beispielsweise könnten sich die Klassen tage- oder wochenweise abwechseln. An die Aufteilung der Schüler in Vormittags- und Nachmittagsgruppen werde wegen der mangelnden Busverbindungen ins Umland nicht gedacht.

Bisherige Maßnahmen zum Infektionsschutz werden hochgefahren

Gabriele Weiß weist daraufhin, das Hygiene und damit verbundene Sondermaßnahmen für Schulen schon vor der Pandemie eine Rolle spielten. Sie nennt Kinderkrankheiten oder Probleme mit Kopfläusen als Beispiele. „Davon waren aber immer nur einzelne Klassen betroffen, jetzt ist es die ganze Schule.“ Deshalb seien die bisherigen Maßnahmen zum Infektionsschutz hochgefahren worden. Die Grund- und Werkrealschule habe schon vor der Zwangsschließung Desinfektionsmittel bestellt. Masken auf Gängen und dem Gelände sind keine Pflicht, werden aber von der Schulleitung empfohlen.

 

MESSKIRCH (Südkurier 29. April 2020)

Der Unterricht an den Meßkircher Schulen startet unter Corona-Bedingungen

Wie sich die Schulen in Meßkirch auf den Start am 4. Mai vorbereiten. Abschlussbälle wird es dieses Jahr in der bisher bekannten Form keine geben.

VON MANFRED DIETERLE-JÖCHLE

Für die Schülerinnen und Schüler, die ab Montag, 4. Mai wieder in den Meßkircher Schulen unterrichtet werden, wird es einen eigens zugeschnittenen Fahrplan für den Schulbusverkehr geben. Dies ist nicht die einzige Änderung, die die bestehenden Corona-Regeln mit sich bringen. Für die Fahrten in den Schulbussen gilt, wie grundsätzlich für den gesamten Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), dass ein Mundschutz getragen werden muss. Noch völlig offen ist zurzeit für alle von uns befragten Verantwortlichen der Meßkircher Schulen, wie die Übergabe der Abschlusszeugnisse gestaltet werden kann. Klar ist, dass es keine großen Feste mit Verwandten der Schüler geben wird.

80 Schüler der Abschlussklassen starten im Martin-Heidegger-Gymnasium

„Einen großen Abiball, wie es ihn bisher gab, wird es sicher nicht geben“, sagte Tobias Andelfinger, Chef des Martin-Heidegger-Gymnasiums, in einem Gespräch mit dem SÜDKURIER. Es werde sicherlich eine feierliche Übergabe der Abi-Zeugnisse geben, aber in welchem Rahmen könne er noch überhaupt nicht sagen. Er will die weiteren Vorgaben für den Schulbetrieb angesichts der Corona-Pandemie abwarten. Unterrichtet werden die 80 Schülerinnen und Schüler der 11. und der 12. Klassen ab kommenden Montag nur noch in den Leistungskursen, um diese weiter auf die schriftlichen Prüfungen vorzubereiten.

Nach den Vorgaben des baden-württembergischen Kultusministeriums werden die Abi-Prüfungen wegen der Corona-Krise im Grunde nicht abgespeckt. Die Schüler sieht Andelfinger für die anstehenden Prüfungen gut gewappnet: „Die Abiturienten sind auf einem guten Stand.“ Von den Lehrkräften habe es entsprechende Rückmeldungen zur bisherigen Phase des Online-Unterrichts gegeben. Und bevor die Schulen wegen des Corona-Virus geschlossen worden waren, sei es im Unterricht um Wiederholungen des Stoffs für die Abi-Prüfung gegangen. Geschrieben werden die Abi-Prüfungen von den rund 40 Schülern in der schuleigenen Halle. Hier sei der vorgeschriebene Abstand zwischen den Prüflingen einzuhalten.

Stundenplan möglichst ohne Hohlstunden

Auch während des ab Montag beginnenden Unterrichts könnten die nötigen Abstände im Schulgebäude eingehalten werden. Nachmittags werde es keinen Unterricht geben. Auch werde der Stundenplan so gestaltet, dass es möglichst keine Hohlstunden geben wird, sodass es für die Jugendlichen keine Pausen geben wird, in denen sie sich auf dem Schulgelände aufhalten müssten – auch eine Maßnahme, um eine Übertragung des Corona-Virus möglichst zu vermeiden. Innerhalb des Heidegger-Gymnasiums werde es keine Mundschutzpflicht geben. Im Schnitt seien täglich fünf Stunden Unterricht geplant. Und zahlenmäßig große Kurse würden geteilt, um die Abstandsregeln einhalten zu können. Sollte es sich herausstellen, dass sich während den nötigen Pausen die geforderten Abstände nicht einhalten lassen, gebe es auch die Möglichkeit, dass die Schüler in ihrem Unterrichtsraum bleiben. In der Schule wird es keinen Pausenverkauf geben, die Schüler müssen ihr Vesper von zu Hause mitbringen. Schüler der Jahrgänge, die auch am kommenden Montag noch nicht in die Schule dürfen, wurden bereits vergangene Woche mit Aufgaben vorsorgt, die sie zu Hause bearbeiten sollen. In diesem Zusammenhang sagte Andelfinger: „Online-Unterricht kann den Präsenzunterricht nicht ersetzen.“ In der Schule könnten die Lehrer viel individueller und direkter auf die Schüler eingehen. „In einer Situation wie der aktuellen lernt man den normalen Unterricht wieder sehr zu schätzen,“ fügte er hinzu.

Wegen der Corona-Krise gebe es für die Elftklässler keine Möglichkeit, Bewerbungsgespräche zu üben, wie diese eigentlich in diesem Schuljahr geplant waren, sagte Andelfinger gegenüber dem SÜDKURIER.

Die Situation an der Grafen-von-Zimmern-Realschule

Ganz besonders freut sich Steffen Heyden, Rektor der Meßkircher Grafen-von-Zimmern-Realschule, dass neben den rund 100 Schülern der Klassen 9 und 10 auch weiteren Realschülern Unterricht ermöglicht werden kann. Die jeweiligen Klassenlehrer würden in gemeinsamen Beratungen darüber entscheiden, wem ein solches Angebot gut tun würde. Alle Lehrkräfte einer Klasse würden sich in einem gemeinsamen Chat-Raum über diese Frage austauschen, schilderte Heyden das Prozedere in diesen Corona-Zeiten. Auch lobte er in einem Gespräch mit dieser Zeitung, dass die Schulsozialarbeiterin in den Wochen, als die Meßkircher Realschule corona-bedingt geschlossen war, stets telefonisch zu erreichen gewesen sei. Nicht immer seien schulische Probleme Thema solcher Telefonate gewesen. Heyden lobte auch den Einsatz der Lehrkräfte, die nach Kräften die Schüler im Online-Unterricht unterstützt hätten. Um den Hygienevorschriften zu genügen, werde es in jedem Klassenzimmer einen Seifenspender geben. Er überlege sich aber, ob es nicht sinnvoller sei, an vier Stellen in der Schule Spender mit Desinfektionsmitteln aufzustellen. Denn wenn 20 bis 30 Sekunden je Schüler für das Waschen der Hände veranschlagt werden, würde dies aus seiner Sicht zu viel Zeit in Anspruch nehmen. Wenn sich die Schüler beispielsweise in den Pausen zu nahe kommen sollten, und den geforderten Abstand von 1,50 Metern nicht einhalten können, dann sollen sie einen Mund-Nasen-Schutz tragen, wie er auch für die Fahrt in den Schulbussen vorgeschrieben ist. Auch in der Realschule wird es keinen Pausenverkauf geben, hier müssen sich die Schüler ihr Vesper wie im Heidegger-Gymnasium von zuhause mitbringen.

Prüfungen werden in der Stadthalle geschrieben

Ihre Prüfungen werden die Meßkircher Realschüler in der Stadthalle schreiben, hier könne der nötige Abstand garantiert werden. Eine Kompetenzprüfung wird es dieser Jahr nicht geben. Nach den Rückmeldungen der Klassenlehrer seien die Zehntklässler gut auf die bevorstehenden Prüfungen vorbereitet. Zurzeit vermisst Heyden das quirlige Leben in der Schule und „dass die Schüler an meine Türe klopfen.“

Gabriele Weiß, Rektorin der Conradin-Kreutzer-Werkrealschule und geschäftsführende Schulleiterin für alle Meßkircher Schulen, lobte gegenüber dem SÜDKURIER das Engagement der Stadt. Bürgermeister Arne Zwick hatte bereits am Montag vergangener Woche ein Gespräch mit allen Verantwortlichen der Schulen für Absprachen zum Schulstart am 4. Mai organisiert. Vereinbart wurde beispielsweise, dass die Reinigungskräfte öfter im Einsatz sind. Auch Gabriele Weiß macht sich zurzeit Gedanken, wie die Übergabe der Zeugnisse in der Conradin-Kreutzer-Schule gestaltet werden kann.

 

Südkurier 30. März 2020

Das Lernen geht weiter: Wie Schulen in Zeiten der Corona-Krise mit ihrem Lehrauftrag umgehen

Kein fröhliches Geschrei auf den Schulhöfen, kein Drängeln im Treppenhaus und keine bunte Schar an den Bushaltestellen oder in den Straßen. Auch die Schulglocken sind verstummt. Seit zwei Wochen heißt es an den Bildungseinrichtungen „Wegen Corona-Virus geschlossen“, doch das Lernen geht weiter.

VON ISABELL MICHELBERGER

Die Lehrer schnüren Lernpakete und die Schulleiterinnen und Schulleiter samt ihren Stellvertretern sind in ihren Büros anwesend, um alles Nötige zu koordinieren und als Ansprechpartner zu fungieren. „Hinter uns liegt eine aufregende Phase, weil alles so schnell ging“, blickt Tobias Andelfinger, Leiter des Martin-Heidegger-Gymnasiums, auf die drei Tage vor den Schulschließungen zurück.

„Wir sind froh, dass wir den Montag noch für Unterricht und Organisatorisches zur Verfügung hatten, bevor die Schulen schließen mussten“, bestätigen alle Schulleiter und Lehrer. Dadurch hatten sie Zeit, um am Wochenende Arbeitsblätter und Arbeitsaufträge zu erarbeiten sowie abzuklären, auf welche Weise ein Austausch zwischen ihnen und den Schülern möglich ist.

Ruhig und geordnet

„Bei uns ist alles ruhig und total geordnet abgelaufen“, erzählt Sigrid Weißhaupt, Leiterin der Goldösch-Schule. Jede Klassenlehrerin habe jeweils eine Kommunikationsform mit den Eltern verabredet, über die Wochenpläne verschickt werden können und Rückfragen möglich sind, entweder per Mail, Telefon oder Post. „Da es bei uns keine Prüfungen gibt, ist die Lage in dieser Hinsicht unaufgeregt“, erklärt sie. Nur für die Neuntklässler, die in Kooperation mit der Sigmaringer Bertha-Benz-Schule ihren Hauptschulabschluss machen, könnte es schwieriger werden, da ihnen die tägliche Betreuung fehle.

In der Meßkircher Grund- und Werkrealschule verhielt sich der Ablauf ähnlich. „In der Woche vor der Schließung gab es noch Unsicherheiten, weil niemand wissen konnte, wann es zu einer Schulschließung kommt“, beschreibt Schulleiterin Gabriele Weiß. Doch auch die Lehrkräfte der Conradin-Kreutzer-Schule konnten ihre Schüler mit einem guten Arbeitspensum in die Zwangsferien schicken. Die Klassenlehrer stehen in engem Kontakt zu ihren Klassen.

Prüfungen sind verschoben

Die Prüfungen für den Hauptschulabschluss sowie für die mittlere Reife sind verschoben, so auch die Vorbereitung für die Projektarbeiten, doch ansonsten laufe alles nach Plan. „Wir achten darauf, dass niemandem durch die Situation ein Nachteil entsteht“, versichert die Schulleiterin.

Nach zwei Wochen „Home-Learning“ sind die Lehrer zufrieden mit ihren Schülern, berichtet Annemarie Diener, Konrektorin der Grafen-von-Zimmern-Realschule. Toll verhielten sich die Zehntklässler. Sie würden miteinander skypen, um sich zu helfen, und den Lehrern oft Aufsätze zum Korrigieren zusenden. Die Deutsch- und Mathematiklehrer bieten zwei- bis dreimal pro Woche eine Skype-Sprechstunde an, in der die Teilnehmenden per Internet miteinander im Austausch sind und sich am Bildschirm sehen. „Mit drei bis fünf Personen ist das ideal“, weiß die Konrektorin aus der Rückmeldung der Lehrer.

Woche für Woche neue Pläne mit Aufgaben

Jede Realschul-Klasse erhält Woche für Woche neue Pläne mit Aufgaben und später die Lösungen zur Selbstkontrolle. Die Kommunikation der Lehrer mit den Schülern beziehungsweise den Eltern laufe über E-Mails, was recht gut klappe. „Viele nehmen das Lernen zu Hause ernst, gerade wenn sie sich auf Prüfungen vorbereiten müssen“, erzählt sie. Man müsse jedoch berücksichtigen, dass nicht alle Familien optimal mit technischen Möglichkeiten ausgerüstet sind und sich beispielsweise drei Geschwister einen Computer teilen müssten. „Wir haben den Eltern in einem Elternbrief Ratschläge vermittelt, wie mit der Situation zu Hause am besten umgegangen werden kann“, erzählt sie. Es sei notwendig, dem Tag eine feste Struktur zu geben. „Manche Schülerinnen und Schüler haben richtiggehend Spaß daran, die neuen Medien zu nützen“, beschreibt Annemarie Diener. Die Neuntklässler träfen sich beispielsweise in Gruppenchats. Es gebe zwar Auflagen, wann die Hausaufgaben erledigt und zurückgeschickt sein müssen, doch letztendlich sei ein gutes Maß an Selbstdisziplin notwendig. Die Schüler müssten sich daran gewöhnen, selbstverantwortlich zu lernen.

Zufrieden mit Organisation

Das Gymnasium ist mit seiner bisherigen Organisation während der Corona-Krise ebenfalls sehr zufrieden. „Wir haben den Freitag und Montag vor der Schließung genutzt, um Verteilerlisten zu erstellen“, berichtet Tobias Andelfinger, Leiter des Martin-Heidegger-Gymnasiums. Das habe sehr gut funktioniert. Nun verfüge die Schule über die Möglichkeit, zukünftig alle Eltern schnell zu kontaktieren.

Die Gymnasiallehrer haben ebenfalls das Wochenende genutzt, um für ihre Klassen Lernpakete zusammenzustellen. „Für die Klassen zehn bis zwölf sind die Aufgaben in der Plattform Moodle angelegt“, erklärt er. Darüber kann Material an die Schüler herausgegeben und zu einem bestimmten Zeitpunkt wieder eingesammelt werden. Die Fünft- bis Neuntklässler bekämen jede Woche ein Lernpaket. Die Schülerinnen und Schüler verhielten sich bisher toll und machten das Beste aus der Situation. Auch von den angehenden Abiturienten habe er noch keine negative Rückmeldung erhalten, sagt Andelfinger. Das Abitur werde auf alle Fälle verschoben, doch es finde statt. Die Eltern bringen großes Verständnis für die Situation auf, berichtet der Schulleiter. Mittlerweile sei allen bekannt, um was es gehe und dass man sich gegenseitig schützen müsse.

Volksbank Meßkirch eG übergibt Wasserspender an das Martin-Heidegger-Gymnasium

Die Volksbank Meßkirch eG Raiffeisenbank spendet dem Martin-Heidegger-Gymnasium Meßkirch einen neuen Wasserspender im Wert von 2.800 Euro. Von der modernen Tafelwasseranlage profitieren die Schülerinnen und Schüler zweifach: Sie haben nun wieder die Möglichkeit, gesundes Tafelwasser kostenlos abzufüllen und sie müssen keine schweren Getränkeflaschen von zuhause mitbringen. 

Unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten also ein absolutes Plus für die Schule, welche mit einem eigens dafür entwickelten Projekt den Rückgang von verwendeten Plastikflaschen um 50% anstrebt. Über die Hälfte der Schülerschaft verwendet bereits keine Einwegflaschen mehr. 

Gerne weihten die Volksbank Vorstandsmitglieder Markus Herz und David Winterhalder mit dem Schüler Emil Riegger und Tobias Andelfinger, Schulleiter des Martin-Heidegger-Gymnasiums, den neuen Wasserspender ein.

 

Tag des Lesens

Was sind Fake News? Wie kann man sie erkennen? Wie recherchieren Journalisten? Wie finde ich verlässliche Informationsquellen? 

Mit diesen und anderen drängenden Fragen beschäftigten sich unsere Schülerinnen und Schüler der neunten Klassen gemeinsam mit Herrn Christian Schmidt vom Landesmedienzentrum Baden-Württemberg und der Redakteurin Isabel Heine, die für den Südwestrundfunk in Friedrichshafen arbeitet. Außerdem gaben die Referenten im Rahmen des Workshops aus der Reihe „Korrespondenten machen Schule“ viele Einblicke in den Arbeitsalltag von Nachrichtenprofis, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Nachdenken und Nachfragen anregten.

Unseren Kooperationspartnern danken wir herzlich dafür, dass diese Veranstaltung zur Förderung der Informationskompetenz in dieser Form an unserer Schule stattfinden konnte.

 

 

Großartige Gemeinschaftsleistung 

Über 20 Jahre lang warf Che Guevara revolutionäre Blicke  auf die Schülerinnen und Schüler der 5. Klassen, die den Freiheitskämpfer meist gar nicht kennen. Auch sonst sah man den Wänden mancher Räume die Spuren an, die sich über die Jahrzehnte angesammelt hatten. Zusätzlich fanden sich Schülerzeichnungen, die mit dem Erziehungs- und Bildungsauftrag der Schule schwer in Einklang zu bringen waren. Um diesem Missstand schnell und unbürokratisch Abhilfe zu schaffen, wurde der 13. Januar als Aktionstag festgesetzt, an dem die ersten Klassenzimmer einen neuen Anstrich erhalten sollten. Wer mitmachen wollte, konnte sich freiwillig melden. Die Zahl der Rückmeldungen war überwältigend. Über 100 Eltern, Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler fanden sich am Samstagmorgen mit Pinseln, Walzen und Leitern ein, um den Klassenzimmern einen neuen Glanz zu verleihen. Dabei legten die Helfer ein so großes Tempo vor, dass bereits um 11.30 Uhr 10 Räume gestrichen waren und sich die kleinen und großen Maler beim gemütlichen Abschlussvesper mit Leberkäsweckle und Laugenkringel stärken konnten. Schulleiter Tobias Andelfinger dankte allen ganz herzlich für das große Engagement. Er betonte, dass sich das Martin-Heidegger-Gymnasium glücklich schätzen könne, eine Schulgemeinschaft zu haben, die so viel Zusammenhalt und Einsatzbereitschaft zeige. Dabei gehe es auch darum, Begegnungen außerhalb des Unterrichts zu ermöglichen und gemeinsam Projekte zu verwirklichen.

Weihnachten 2019 am Martin-Heidegger-Gymnasium

 

Viel Spaß hatten die Besucher des SMV-Jurtenkinos bei dem Film "Monsieur Claude und seine Töchter" mit Punsch, Nachos und Feuerschale. Bissle kalt war's trotzdem, aber es soll im nächsten Jahr auf jeden Fall eine Neuauflage geben!

Der erste und einzige Schneefall wurde sogleich begeistert genutzt.

 

Die SMV stellte den Weihnachtsbaum auf und schmückte ihn festlich.

 

Der Nikolaus und Knecht Ruprecht besuchten das Lehrerzimmer.

 

 

Besuch in Kahoku

18 Schülerinnen und Schüler des Martin-Heidegger-Gymnasiums und der Grafen-von-Zimmern-Realschule besuchen die japanische Partnerstadt Kahoku

Diesen November flogen wieder 18 Schülerinnen und Schüler des Martin-Heidegger-Gymnasiums und der Grafen-von-Zimmern-Realschule im Rahmen des Jugendaustausches der beiden Partnerstädte Meßkirch und Kahoku nach Japan.

Am 5. November begann die Reise früh morgens mit der Busfahrt zum Flughafen Stuttgart. Von dort aus ging es über Amsterdam nach Osaka, wo die Schülergruppe mit ihren Lehrkräften Herrn Milos und Frau Diener von den Gastgebern erwartet wurde. Auf dem Weg nach Kahoku stand die Besichtigung des Fushini Inari Schreins mit seinen mehr als 1000 roten Toren in Kyoto an. Nach über 6 Stunden Busfahrt war das Ziel endlich erreicht und die Schülerinnen und Schüler wurden von ihren japanischen Gastfamilien begrüßt. Für einige gab es ein freudiges Wiedersehen.

Die japanischen Gastgeber hatten ein interessantes und vielfältiges Programm vorbereitet. Der Schwerpunkt lag auf den Schulbesuchen. So hatte die Gruppe die Gelegenheit, am Unterricht teilzunehmen und so den japanischen Schulalltag und das japanische Schulsystem kennenzulernen. Neben dem Kalligraphie- und Technikunterricht standen unter anderem auch Englisch und Arbeitsgemeinschaften wie Kendo oder Badminton auf dem Stundenplan. Zum Schulleben in Japan gehört auch, dass beim Betreten der Schule erst einmal die Straßenschuhe aus- und die Schulschuhe angezogen werden. Interessant ist, dass am Ende eines jeden Schultages die gesamte Schule von den Schülerinnen und Schülern selbst geputzt wird.

Aber auch Ausflüge in die Umgebung, ein Besuch am Strand, die Teilnahme an einer buddhistischen Meditation, der Besuch von Museen und einer Blattgold- und PC-Fabrik waren Teil des Programms und gaben den Teilnehmern des diesjährigen Austauschs sehr vielfältige Einblicke in die Region der Präfektur Ishikawa und die japanische Kultur. 

So vergingen die Tage in Japan wie im Flug und nach einer guten Woche in der Partnerstadt mussten schon wieder die Koffer gepackt werden. Der Abschied fiel äußerst schwer, da sich alle in „ihren“ japanischen Familien sehr wohl fühlten. 

Der Gegenbesuch der japanischen Delegation findet voraussichtlich im Herbst 2020 statt.

 

Klassensieger sorgen für einen spannenden Vorlesewettbewerb 

Stolz präsentieren Helena Müller, Joanna Mutscheller, Maurice Schmon und Luca Hahn ihre Preise und die Bücher, aus denen sie vorlasen. Alle vier überzeugten mit ihrer Darbietung, aber am Ende hatte Helena Müller die Nase vorn und würde von der Jury zur Schulsiegerin erklärt.

 

Förderverein übergibt neues Sofa

Für viel Freude bei der Schülerschaft sorgte die Übergabe des neuen Sofas für die Sitzecke im Eingangsbereich. Auf dem Bild haben die Schulsanitäter und die Teilnehmenden des 4-Motoren-Projekts Platz genommen, da auch deren T-Shirts vom Förderverein gesponsert wurden. Herzlichen Dank! Im Hintergrund die Vorsitzende des Fördervereins Uta Mahler-Kraus und Schulleiter Tobias Andelfinger.

 

Exkursion auf die Schwäbische Alb

Der Neigungskurs erforscht das Karstgebirge

Die Schülerinnen und Schüler des Erdkunde 4-Stünders verbrachten ein abwechslungsreiches und spannendes Wochenende auf der Alb, um sich das Pflichtthema "Karst" anschaulich zu erschließen. Die dreitägige Tour war mit Programm gut gefüllt. Die Laichinger Tiefenhöhle wurde erforscht, der Blautopf als Karstquelle besichtigt, die Uracher Wasserfälle bestiegen und schließlich bekam die Gruppe noch eine Führung durch den Zaininger Steinbruch. Als weiteren Schwerpunkt hatten die Lehrer Jonas Künstner und Lars Kettner den Strukturwandel gesetzt. Dazu besuchten die jungen Geologen das Bauernhofmuseum in Ödenwaldstetten und die Outlet-City in Metzingen. 

Abstieg in die Tiefenhöhle

Hinter dem Wasserfall

Meßkircher Schüler zu Gast in Sassenage

Anfang Oktober befanden sich 27 Schülerinnen und Schüler des Martin-Heidegger-Gymnasiums im Schüleraustausch in Frankreich. Während der Dauer von 10 Tagen konnten sie bei der Familie ihrer Austauschschülers wohnen sowie Eigenheiten und Spezialitäten der französischen Gastgeber entdecken. Tagsüber wurde die Gruppe von den begleitenden Lehrern Matthias Fleisch und Stephan Schmid zu Ausflügen in die nähere Umgebung der Partnerstadt mitgenommen. Hier lernten die Meßkircher das pulsierende Leben in der Großstadt Grenoble kennen, aber auch die Abgeschiedenheit des Klosters « La Grande Chartreuse » im gleichnamigen Alpenmassiv. Vertreter der Bruderschaft des Bleu du Vercors-Sassenage brachten den Jungen und Mädchen die Geschichte und Tradition des geschützten Blauschimmelkäses bei und einige Teilnehmer konnten zum ersten Mal den Käse verkosten. Im Laufe des Aufenthalts haben die Jugendlichen aus den 8. bis 10. Klassen nicht nur ihre Französischkenntnisse verbessern können, sondern auch die Kontakte zu den Austauschschülern und ihren Familien wurden enger. Und so freut sich die deutsche Gruppe, die Franzosen im nächsten Mai in Meßkirch zu empfangen.

 

MESSKIRCH 11. September 2019, 17:17 Uhr Südkurier

Pädagogik trifft auf Kunst:  Schüler zeigen Ergebnisse ihrer Projekttage im Turmzimmer des Schlosses 

Sonderausstellung „Zu Gast bei Nachbarn“ eröffnet 

Künstlerin Carola Riester und Kunsterzieherin Andrea Stumpf verwirklichen Projekt mit Schülerinnen des Martin-Heidegger-Gymnasiums 

Künstlerin Carola Riester erläuterte die Kunstwerke der Schüler. | Bild: Günther Brender 

VON LEA BRANDT UND KARLHEINZ FAHLBUSCH 

Können junge Leute Kunst? Sie können! Den Beweis gibt es derzeit im Turmzimmer im Schloss zu sehen. Ausgestellt sind die zwölf Werke des Projekts „Zu Gast bei Nachbarn“, die im Rahmen der dreitägigen Projekttage des Martin-Heidegger-Gymnasiums entstanden sind. Geleitet wurden die Projekttage von der Kunsterzieherin Andrea Stumpf und der Künstlerin Carola Riester. Teilgenommen haben die 11. und die 12. Klasse. 

Die Vernissage wurde feierlich von Kreiskulturamtsleiter Edwin Ernst Weber eröffnet. Er ging zu Beginn auf den Kern des Projekts, nämlich die thematische Auseinandersetzung mit den Werken der Kreisgalerie von Yongbo Zhao und Gerhard Berger, ein. Mittelpunkt der Ausstellung „Zu Gast bei Nachbarn“ seien die „persönlichen, freundschaftlichen und kollegialen Beziehungen“, stellte Weber fest. Zudem betonte er, wie großartig er es findet, dass sie ein solches museumspädagogisches Projekt verwirklichen konnten. Er gab bekannt, dass der Eintritt zur Sonderausstellung, die parallel zur Ausstellung „Künstler Nachbarschaften I“ der Kreisgalerie stattfindet, für Schüler des Gymnasiums und deren Familien frei ist. 

Kunsterzieherin Andrea Stumpf war von Anfang an begeistert von dem Projekt, erzählte sie. Doch habe sie sich gefragt, ob sich diese Begeisterung auch auf die Schüler übertragen lasse. Die Frage könne im Nachhinein mit einem klaren „Ja“ beantwortet werden. Die zehn Schülerinnen der 11. Klasse und drei Abiturientinnen hätten ganz Erstaunliches geleistet. Stumpf bedankte sich dafür, dass sie dieses Projekt begleiten, mit den Schülerinnen ins Schloss gehen und dort zuschauen konnte, wie diese konzentriert und engagiert an ihren Werken arbeiteten. 

„Das Thema Macht und Ohnmacht, das die Künstler Gerhard Berger und Yongbo Zaho thematisieren, findet sich auch in den Werken der jungen Leute wieder“, stelle Künstlerin Carola Riester anerkennend fest. Sie betonte, wie bereichernd diese Tage der den Jugendlichen für sie gewesen seien und führte die Besucher anschließend durch die einzelnen Geschichten, die hinter jedem Bild stecken. Einige Schüler haben das Thema Umweltschutz in ihren Bildern aufgegriffen. Für die Künstlerin ist dies „keine Modebewegung“, wie sie sagte, denn das Ganze gelte als ein „großer Appell“ an die Menschen, einen dauerhaften Dialog zwischen den Generationen zu führen. Einen runden Abschluss des Projekts stellte das gemeinsame Arbeiten an einem Bild dar, das von der Gemeinschaftsarbeit von Yongbo Zhao und Gerhard Berger inspiriert ist. 

Riester gab den Besuchern einen Einblick in die Vorgehensweise und auch in die Gefühle der Künstler selbst. Die Künstlerin betonte mehrfach, dass sie „mächtig Freude“ an diesem Projekt hatte und lobte die gute inhaltliche Auseinandersetzung der Künstler mit dem Thema „Macht und Ohnmacht“. Die Ausstellung endet am 13. Oktober. Anschließend werden die Werke an das Gymnasium übergeben. 

Co-Autorin 

Lea Brandt wohnt in Krauchenwies und besucht die Klasse 12a des Martin- Heidegger-Gymnasiums und ist 17 Jahre alt. Ihre Hobbys sind die Fotografie, die Malerei und das Reisen. Nach dem Abitur möchte sie studieren und Gymnasiallehrerin werden.

MESSKIRCH 09. September 2019, 19:30 Uhr Südkurier

Neues Führungsduo fürs Heidegger-Gymnasium: Was Tobias Andelfinger und Simone Hägele-Schatz vorhaben

Tobias Andelfinger ist der neue Schulleiter Simone Hägele-Schatz als Stellvertreterin

VON KARLHEINZ FAHLBUSCH Bild: Fahlbusch, Karlheinz

Die Buchstaben MHG stehen in der Zimmernstadt für Martin- Heidegger-Gymnasium. Viel geändert hat sich für die Schüler nicht, die ab morgen hier wieder unterrichtet werden. Für Tobias Andelfinger dagegen schon. Der 47-Jährige ist der neue Schulleiter. Sein Vorteil: Er kennt die Schule bereits. Für ihn war das MHG im Jahr 2000 die erste Dienststelle nach dem Referendariat in Herrenberg. Er stammt aus Wangen im Allgäu, ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Dass ein Lehrer mit dem Fahrrad zur Schule fährt, das ist eigentlich nicht ungewöhnlich. Aber Tobias Andelfinger wohnt in Sigmaringen – und das ist ja nun nicht gleich vor der Schultür. Zur Unterstützung hat Andelfinger ein E-Bike und im Winter fährt er mit dem Bus. Wie viele Schüler auch.

Eigentlich wollte Andelfinger gar nicht Schulleiter werden. Aber als klar war, dass Eberhard Müller und auch dessen Stellvertreter Johannes Bemetz zum Ende des Schuljahres 2018/2019 in den Ruhestand gehen, zog er es erstmals ernsthaft in Erwägung. „Und ich bin auch von vielen Seiten gestupft worden“, verrät Andelfinger schmunzelnd. Schließlich bewarb er sich und bekam die Stelle auch. 50 Prozent seines Dienstauftrags muss er nun für Leitungsaufgaben aufwenden. Den Rest des Deputats unterrichtet er Deutsch, Englisch, Ethik, Literatur und Theater.

Deutsch, Wirtschaft und Politik sind die Fächer von Simone Hägele- Schatz. Sie ist im neuen Schuljahr die Stellvertreterin des Schulleiters. Die 40-Jährige kennt das Heidegger-Gymnasium schon viel länger als ihr Chef. Sie hat hier Abitur gemacht. Die geborene Ringgenbacherin wohnt jetzt in Menningen, wo ihr Mann eine Biolandwirtschaft betreibt. Für Hobbys bleibt da wenig Zeit. Seit dem Jahr 2001 unterrichtet sie am MHG.

Hägele-Schatz ist ebenso wie Tobias Andelfinger enorm motiviert. Beide schätzen die Vielfalt, mit der man seinen Unterricht gestalten kann und sind voll des Lobes für das Lehrerkollegium. Die beiden Pädagogen haben „richtig Lust, die Schule in eine neue Zukunft zu begleiten“. Das bedeutet aber auch, sich neuen Herausforderungen zu stellen. Dazu gehört auch die Digitalisierung. „Da wird auf die Schüler einiges zukommen, denn die Arbeitswelt wird sich schnell in diese Richtung entwickeln“, ist der Schulleiter überzeugt. Dass demnächst die Gelder des Digitalpakts abgerufen werden können, das eröffne natürlich ganz neue Möglichkeiten. „Wobei wir jetzt schon wirklich gut ausgestattet sind“, wie Hägele-Schatz feststellt. Ganz oben auf der Wunschliste steht aber WLAN im ganzen Haus.

Schulleitungen müssen sich aber auch um viele Dinge kümmern, die der Außenstehende gar nicht mitbekommt. Der Stundenplan ist da ein gutes Beispiel. Dafür gibt es zwar eine Software, aber die bastelt die Stundentafel, ohne auf spezielle Gegebenheiten und Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen. Da ist dann manuell noch eine ganze Menge zu tun, damit der Unterricht bei den 342 Schülerinnen und Schülern reibungslos abläuft.

„Leider sind wir etwas geschrumpft“, bedauert Andelfinger. Das liege vor allem daran, dass jetzt die geburtenschwachen Jahrgänge ins Gymnasium kommen. An der Qualität der Schule wird es nicht liegen, denn die Quote derer, die das Abitur nicht schaffen, ist extrem niedrig; dieses Jahr wieder einmal bei null. Positives gibt es auch über die Schüler zu hören: „Das sind faszinierende Menschen“, sind die beiden Lehrer überzeugt. Auch wenn das außerunterrichtliche Engagement etwas nachgelassen habe. Die Schüler stünden teilweise unter großem Termindruck. Und die Zukunft werde nicht einfacher.

MESSKIRCH 12. August 2019, 11:28 Uhr

Eintauchen in die Kreativität: Oberstufenschüler entdecken bei Kunstprojekt ihre eigene Bildsprache

Künstlerin Carola Riester leitet Kunstprojekt Arbeiten werden ab September zu sehen sein

VON ISABELL MICHELBERGER Bild: Isabell Michelberger

 

Ein riesiger Tisch dominiert das lichtdurchflutete Eckzimmer im Hofgartenflügel des Meßkircher Schlosses. Auf seiner mit Plastikfolie geschützten Fläche liegen improvisierte Farbpaletten neben Pinseln und Skizzenblätter. Farbflaschen stehen dazwischen. Der wunderschöne Raum mit herrlichem Blick in den Hofgarten dient den Oberstufenschülern des Martin-Heidegger-Gymnasiums ein paar Wochen lang als Malatelier.

Im Eckzimmer des Schlosses herrscht während des Kunstprojekts eine konzentriert-kreative Atmosphäre. Alles, was die Schülerinnen und Schüler zum Malen benötigten, steht auf dem Tisch in der Mitte des Raums. Abiturientin Dana Strölin arbeitet an ihrem Bild.

Ausgangspunkt des Kunstprojekts ist die Ausstellung „Künstler- Nachbarschaften I. Gerhard Berger und Yongbo Zhao„ in der Kreisgalerie im Meßkircher Schloss. Die Beschäftigung mit deren Bildern diente den Schülerinnen und Schülern als Anregung für die eigene Bildsprache und Thematik. Die Künstlerin Carola Riester leitet die Elft- und Zwölftklässler an und gibt Ratschläge für die Umsetzung. Unterstützung findet sie in der Kunsterzieherin Andrea Stumpf, die im Meßkircher Gymnasium unterrichtet.

An der Wand zwischen den Fenstern sind großformatige Leinwände befestigt, an denen Abiturientinnen arbeiten. Eine Figur auf dem Bild, die dem Künstler Yongbo Zhao gleicht, schreit dem Betrachter verzweifelt entgegen. Eine Frau in einem auberginefarbenen Catsuit, das große Hautflächen und Gerippe durchblicken lässt, verrenkt sich vor grauem Hintergrund. Seltsame Aliens mit leuchtenden Augen scheinen einen Mann zu bedrängen, der die Augen geschlossen hat und sich die Ohren zuhält. Die Motive erinnern an Zhao, sind jedoch kein Abbild, sondern mit der Lebenswelt der Schülerinnen verwoben.

„Das Thema Macht und Ohnmacht, das die Künstler Gerhard Berger und Yongbo Zhao thematisieren, findet sich auch in den Schülerarbeiten wieder“, erläutert die Künstlerin Carola Riester. In einer Rapper-Szene machte eine Schülerin Gut und Böse sichtbar, ein anderes Bild zeigt eine schwarze Figur, die von den vier Elementen umgeben ist. An der Stelle ihres Herzens befindet sich ein blauer Kreis mit gelbem Rand. Die Malerinnen bringen damit zum Ausdruck, dass die Menschen wieder ein Herz für die Welt in sich tragen müssten. Auf einem weiteren Bild steht der Schmetterling für die Freiheit.

Noch vor den Ferien hatte Carola Riester der 11. und 12. Klasse das Kunstprojekt vorgestellt. Nach einem gemeinsamen Besuch in der Ausstellung fertigten die Schülerinnen und Schüler Skizzen mit ihren Interpretationen an. Parallel dazu lieferten sie einen kleinen Begleittext zu ihrer Skizze ab. Sie erkundeten in der Ausstellung, was ihnen selbst zusagte und welche Bildsprache besonders auf sie wirkte. „Es kamen ganz unterschiedliche Ideen dabei heraus“, berichtete die Lehrerin Andrea Stumpf. Und in der Umsetzung auf der Leinwand sei sogar ein weiterer Veränderungsprozess erfolgt.

Die 13 Oberstufen-Schüler, zehn aus der 11. Klasse und drei aus der 12. Klasse, hätten zuerst noch eine gewisse Scheu gezeigt, die Skizzen auf der großen Leinwand umzusetzen, erzählte Carola Riester, doch mit den ersten Pinselstrichen und Farbproben habe sich diese nach und nach verloren. Die meisten hätten sich von der Abstraktion von Gerhard Berger inspiriert gefühlt, aber auch der expressive Ausdruck bei Yongbo fand Niederschlag in den Schülerarbeiten. „Für mich war es eine Chance, an einem solchen Projekt mitzumachen“, meint Anna Vogler und Jennifer Wulfert findet die Größe der Leinwand überwältigend.

Dana Strölin, die ebenfalls zu den drei Zwölfern gehört, fand das Projekt von Anfang an interessant. Es gelang den Gymnasiasten sogar, in Entsprechung zu den Künstlern Berger und Zhao ein gemeinschaftliches Bild anzufertigen.

„Die Räumlichkeiten sind ideal und waren bei der großen Hitze angenehm kühl“, erzählt Andrea Stumpf. Es sei ein Erlebnis, im Stehen eine so große Fläche bemalen zu dürfen. „Ich bin der Stadt dankbar dafür, dass wir diese Räumlichkeiten nutzen dürfen“, freut sich auch Carola Riester. Die meisten Arbeiten sind fast fertig, sodass vor dem Schulbeginn im September die Ausstellung eröffnet werden kann.

43 junge Erwachsene feiern ihr Abitur: So war der diesjährige Abiball am Martin-Heidegger- Gymnasium

Zeugnisübergabe und Abschied von zwölf Jahren Schulzeit
VON HERMANN-PETER STEINMÜLLER

Auf diesen Abend haben sie zwölf Schuljahre hingearbeitet. Am Freitag feierten die 43 Absolventen des Martin-Heidegger-Gymnasiums (MHG) in der Meßkircher Stadthalle ihren Abiball. Zum offiziellen Teil gehörten Reden, die Zeugnisausgabe und die Verleihung von Preisen und Belobigungen.

Wie der scheidende Schulleiter des MHG, Eberhard Müller, in seiner Rede betonte, haben nicht nur alle 43 Abiturienten die Prüfungen bestanden. Mit einem von ihm geschätzten Gesamtdurchschnitt von 2,4 bewege sich das Meßkircher Resultat erneut über dem Landesdurchschnitt. Eberhard Müller tritt ebenso wie sein bisheriger Stellvertreter Johannes Bemetz zum Schuljahresende in den Ruhestand. Das gute Abschneiden des diesjährigen Abiturjahrgangs ist aus Sicht Müllers das Ergebnis von zwei Faktoren: „Es liegt an der guten Arbeit der Lehrer und der Bereitschaft der Schüler zur Mitarbeit.“

Müller, von Haus aus Theologe, richtete allerdings auch nachdenkliche Worte an die Abiturienten. So fragte der Oberstudiendirektor, was glücklich mache, und warnte davor, im Materialismus allein das Lebensglück zu erwarten. Er appellierte an die jungen Menschen, sich für die Lösung der aktuellen Probleme in der Welt einzusetzen.

In eine ähnliche Kerbe schlug Bürgermeister Arne Zwick. Er betonte, dass sich scheinbar unumstößliche Fakten dennoch ändern könnten. „Als ich vor 16 Jahren Bürgermeister von Meßkirch wurde, gab es weder in der Stadt noch im Umland Störche.“ Heute seien sie ein fester Bestandteil der Tierwelt in der Region.

Mit dem Wissen, das die Abiturienten in ihrer Schulzeit erworbenen haben, hält der CDU-Kommunalpolitiker die jungen Erwachsenen für gewappnet, um sich kritisch mit der täglichen Informationsflut auseinanderzusetzen. Er appellierte an seine Zuhörer, vorsichtig und kritisch zu reagieren, wenn jemand vorgibt, vermeintlich einfache Lösungen auf komplexe Probleme zu haben. Der CDU-Politiker forderte die Abiturienten auf, aktiv an den Veränderungsprozessen mitzuwirken. „Das ist schwierig, aber ihr könnt es“, zeigte Zwick sich überzeugt.

Michael Bienert ist nicht nur Elternsprecher, sondern auch ein Freund von Statistiken, wie er in seiner Rede deutlich machte. Darin zog er eine zeitliche Bilanz des bisherigen Schülerlebens der MHG-Absolventen. Bienert rechnete aus, dass die Heranwachsenden seit dem ersten Schultag 2208 Schultage mit zusammen 10 730 Unterrichtsstunden absolviert haben. Unter anderem entfallen seinen Berechnungen zufolge 988 Schulstunden auf den Englischunterricht, 500 Stunden auf Grundschulmathematik und 841 Stunden darauf, „um die Rechnungen auch mathematisch begründen zu können“. Dazu kämen 842 Sportstunden und 552 Musikstunden. Die Grundlagen der Naturwissenschaften seien den Schülern in über 2000 Unterrichtseinheiten vermittelt worden. Schließlich durften 942 Ferientage und zusammen 1248 Wochenenden nicht fehlen.

Uta Mahler-Kraus würdigte im Namen des Schulfördervereins die Leistungen des Abiturjahrgangs. Besonders erfreut zeigte sie sich über das soziale Engagement einiger Schüler. Für besonderen Einsatz in diesem Bereich händigte sie Sonderpreise an Sara Muffler und Kerstin Bienert aus. Glückwünsche übermittelte ebenfalls Schülersprecherin Aileen Beck.

Die Erwartungen, mit denen viele Besucher die Rede des Scheffelpreisträgers erwartet hatten, wurden nicht enttäuscht. Matthias Müller ist nicht nur Träger des Preises für die besten Leistungen im Fach Deutsch, sondern auch der erfolgreichste Absolvent des Jahrgangs mit einem Notendurchschnitt von 1,0. Trotz seiner eigenen guten Leistungen erklärte Matthias Müller, viele Erfolge seien nur durch das Zusammenwirken der Mitglieder eines Teams zu erreichen. Der Abiturient definierte im Fall der Schule das Team als „Gemeinschaft aller Mitarbeiter im Schulbereich, vom Hausmeister bis zum Direktor“.

Für die musikalische Umrahmung des Abiballs sorgte die Schul- Jazzband unter der Leitung von Susanne Pflumm-Hurza.