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Abschied mit einem lachenden Auge

Oberstudienrat Michael Lingner geht in Pension. Der Lehrer hat am Martin-Heidegger-Gymnasium 41 Jahre lang gewirkt.

Ab heute drücken die Schüler der Kreutzerstadt und in der Region wieder die Schulbank. Sie starten in ein neues Schuljahr. Oberstudienrat Michael Lingner muss seine Schultasche nicht mehr packen. Der beliebte Lehrer vom Martin-Heidegger-Gymnasium ist in Pension gegangen. Seine letzten Tage waren noch ziemlich ausgefüllt. "Ich habe noch alles voll mitmachen dürfen, vom Abitur in Englisch am Martin-Heidegger-Gymnasium (MHG), der Abnahme des Musikabiturs in Sigmaringen und die Aufführungen des Unterstufenmusicals am MHG. Langsam den Riemen runterschmeißen, geht da nicht", berichtet er im Gespräch mit dem SÜDKURIER.

1981 war Lingner nach dem Referendariat an einer Brennpunktschule in Stuttgart und in einer Schule in Markgröningen ans Martin-Heidegger-Gymnasium gekommen und unterrichtete Musik und Englisch. Er war Klassenlehrer und Tutor für die Oberstufe, und betreute die Medien und Computer. Deshalb hatte er in seiner geräumigen Pilotentasche, die er jahrelang in die Schule trug, auch immer Werkzeug, um die Geräte zu reparieren. 2016 feierte Michael Lingner sein 40-jähriges Dienstjubiläum.

Musik ist die große Leidenschaft des 64-Jährigen. Sein Hauptinstrument ist das Cello und im Musikunterricht begleitete er die Schüler am Klavier. Für lange Zeit war Lingner der einzige Musiklehrer am Meßkircher Gymnasium. Er erinnert sich noch gut an die ersten Musicalversuche mit "Cats" und "Tanz der Vampire", unter freiem Himmel und mit ganz viel Improvisation. Einmal habe es dabei sehr geregnet, aber die Besucher seien sitzengeblieben. Die Hände unter einer schützenden Folie hatte Lingner das Piano gespielt.

Seinem Abschied blickte der Oberstudienrat im Ruhestand mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen. Das hervorragende Kollegium am MHG wird ihm fehlen. "Die machen einen super Job. Es war toll, Teil dieses Teams zu sein", betont Lingner. Am letzten Tag sei er mit vielen guten Wünschen und einem umgedichteten Lied verabschiedet worden. Doch es werde nun auch Zeit kürzer zu treten. Als er 1981 anfing, habe er seinen Oberstufenschülern altersmäßig viel näher gestanden; nun sei er der Älteste gewesen. Die Schüler und die Schullandschaft hätten sich verändert. Die Leistung der Schüler ist deutlich zurückgegangen, bedauert Lingner. "Ich muss jetzt schauen, wie es sich anfühlt. Man hat sich über den Beruf definiert, ich war Lehrer und Lehrer ist man ja 24 Stunden am Tag", blickt er gelassen in die Zukunft.

Michael Lingner freut sich, nun außerhalb der Schulferien mit dem geräumigen Wohnanhänger in Urlaub fahren zu können. Ein großes Gedankenprojekt ist eine Rundreise in die USA, mit Besichtigung der Nationalparks. Doch das wird noch dauern, bis auch seine Frau Gabriele in Ruhestand ist. Lingners orientieren sich eher nach Frankreich und in die wärmeren Gefilde. "Als 'Englischmann' sollte ich eigentlich mal wieder nach Großbritannien fahren, aber da regnet es so oft", lacht er. "Schau'n wir mal, wo es uns noch überall hinzieht", ist Lingner für vieles offen.

Von einem Mitglied im Rotary Club Pfullendorf-Meßkirch würde immer Engagement gebraucht. Aktuell leitet Michael Lingner die Schola St. Martin. Der Neupensionär könnte sich vorstellen, sich ehrenamtlich zu engagieren. Auf jeden Fall wird das Arbeitszimmer in ein Musikzimmer umgewandelt. Er habe ferner bereits zugesagt, weiter im Technik-Team bei den Unterstufenmusicals am Martin-Heidegger-Gymnasium zu unterstützen.

Deutlich in der Erinnerung des langjährigen Pädagogen und Lehrers ist seine erste fünfte Klasse geblieben, der erste Schullandheimaufenthalt und die Klassenfahrt nach Bonn. Später legten die Kinder seiner ehemaligen Schüler bei ihm Abitur ab. Auch die musikalische Entwicklung von ehemaligen Musikschülern freut ihn. Im Ruhestand will er seine handwerklichen Fähigkeiten ausbauen, mit Holz arbeiten. Und da sei schließlich noch Liegengebliebenes aufzuarbeiten: "Hundert Ecken im Haus, die mich anschauen und sagen, du wolltest dich schon lange um mich kümmern."

Fluminantes Schlosskonzert der Big Band zum Schuljahresende

Viel Applaus gab es für die Big Band des des Martin-Heidegger-Gymnasiums beim Schlosskonzert zum Schuljahresende. Angeleitet wird die Band von Lehrerin Susanne Pflumm-Hruza.

 

Big Band mit Judith Schmid (Tenorsaxofon) bei einem ihrer Soloparts. Lehrerin Susanne Pflumm-Hruza dirigiert. | Bild: Bernhard Stohmaier

Maren Schmid singt ausdruckstark "Hello". | Bild: Bernhard Stohmaier

Meßkirch – Die Big Band des Martin-Heidegger-Gymnasiums Meßkirch hat zum Schuljahresende mit einem Konzert im Schloss Meßkirch einen fulminanten Schlusspunkt gesetzt. Unter der Leitung von Susanne Pflumm-Hruza konnten die Musiker der Big Band überzeugen und mitreißen. Beachtenswert ist der Umfang der dargebrachten Stücke. Insgesamt 14 Stücke der vorwiegenden Richtung Jazz, Swing und Pop wurden von den Musikern selbst angesagt. Zahlreiche Soloparts begeisterten die Besucher und wurden mit spontanem Zwischenapplaus belohnt.

Maren Braun sang die beiden Stücke "Blue Moon" und "Hello". Kerstin Bienert sang zum Stück "It don't mean a thing". Beide wurden mit reichlich Applaus bedacht. Am Ende war stehender Applaus der etwa 120 Besucher angesagt und damit auch Anlass für mehrere Zugaben. Auf "In the mood" folgte nach Zwischenbemerkungen ""Caravan" und schließlich "Gonna fly now". Im Veranstaltungssaal des Schlosses wäre für interessierte Schüler noch Platz gewesen. Am Dienstag können sie wenigstens einen kleinen Teil des Repertoires noch sehen und hören.

Wie aber kommt die Big Band des Gymnasiums auf ein so hohes Niveau? Lehrerin Susanne Pflumm-Hruza, die die Band anleitet, sprach von einem Glücksfall, dass die Band derzeit so gut aufgestellt ist. Nächstes Jahr werden einige Trompeter "wegbrechen", sprich ihr Abitur machen. Seit viereinhalb Jahren besteht diese Band. Sie setzt sich aus Schülern aus den Klassenstufen sechs bis zwölf zusammen und muss sich stetig erneuern.

Robin Beer ist in der sechsten Klasse. Er spielt Tenorhorn auch in der Jugendkapelle Meßkirch. "Ich kam aus eigenem Interesse dazu. Auch meine Eltern haben es mir empfohlen. Seit einem halben Jahr bin ich dabei," sagt er begeistert. Doch wann üben sieben Klassenstufen gleichzeitig? "Das war auch mit Randstunden nicht zu machen", sagt Pflumm-Hruza. "Wir üben projektweise sonntags ein- bis zweimal im Monat von 9 bis 13 Uhr. Da geht schon was." Gute Gemeinschaft werde ebenfalls besonders gepflegt. Auftritte gab es beim Neujahrsempfang, dem Kultursprung, beim Besuch von Kultusministerin Kerstin Eisenmann, beim Abi-Ball und demnächst am Schulfest beim Schulabschlusshock am 25. Juli nachmittags.

 

Akteure

Die Bigband ist derzeit hervorragend besetzt. Altsaxofon: Andreas Putzi, Lea Wischnewski, Jessica Utz, Leonardo Weigele, Lena Erath, Madeleine Dreher. Tenorsaxofon: Judith Schmid, Laura von Briehl. Barisaxofon: Andreas Putzi. Trompeten: Alina Schober, Jeremias Fangauer, Johannes Kille, Tizian Hensler, Dominik Riegger. Klarinette: Maren Schmid. Posaune: Nathalie Waldenspuhl. Tenorhorn: Sarah Moser, Robin Beer. Klavier: Selina Bienert, Alina Bialk. Bass: Markus Alexeenko. Schlagzeug/Percussion: Johannes Weißhaupt, Sören Hauhut. Gesang: Maren Schmid, Kerstin Bienert.

Musiker mit Soloparts: Andreas Putzi, Lea Wischnewski, Jessica Utz, Lena Erath, Judith Schmid, Alina Schober, Jeremias Fangauer, Johannes Kille, Nathalie Waldenspuhl, Robin Beer, Johannes Weißhaupt, Maren Schmid, Kerstin Bienert.

 

Martin-Heidegger-Gymnasium: Fünft- und Sechstklässler begeistern mit Musical "König Keks"

Das Musical von Chor und Theater-AG der Unterstufe am Martin-Heidegger-Gymnasium mit rund 100 Mitwirkenden ist ein alljährlicher Höhepunkt zum Schuljahresende für die Fünft- und Sechstklässler. Ein halbes Jahr hatten sie motiviert und engagiert auf die Aufführungen von "König Keks" hingearbeitet, Texte geübt, gebastelt, getanzt und gesungen, was die Kehle hergab. In zwei voll besetzten Vorstellungen in der Halle am Feldweg wurden sie dafür mit begeistertem Applaus belohnt.