Presse/Aktuelles

WeltFAIRsteher

Ein Besuch bei der Arbeitsgemeinschaft zum Thema „Nachhaltigkeit“

Im laufenden Schuljahr 2017/2018 nehmen Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klassen des Martin-Heidegger-Gymnasiums am deutschlandweiten Nachhaltigkeitswettbewerb „WeltFAIRsteher“ teil. Dabei erfahren sie in der von Lars Kettner geleiteten Arbeitsgemeinschaft auf spielerische Weise, was sie ganz konkret für Ökologie und Gerechtigkeit im engeren Umfeld, aber auch global tun können. In sogenannten Challenges setzen sie sich mit bestimmten Aspekten zum Thema Nachhaltigkeit auseinander.

Die AG bei der Wasserverkostung: Lehrer Lars Kettner, Sören Hauhut, Lena Erath, Indra Zwick, Emilie Janeta, Sarah Walz und Ronja Schatz.

 

Im Rahmen der Challenge „Flaschenwahn oder Wasserhahn?“ beschäftigen sich die Jugendlichen etwa mit der weltweiten und regionalen Verfügbarkeit von Trinkwasser.

Sie finden zunächst heraus, in welchen Regionen der Erde Wasserknappheit herrscht und welche Ursachen bzw. Folgen diese hat.

Anschließend führen die Schülerinnen und Schüler eine Blindverkostung zwischen einem viel umworbenen Import-Gourmetwasser, einem regionalen stillen Wasser sowie heimischem Leitungswasser durch, um den Geschmack, die Kosten je Liter und Umweltauswirkungen mit Noten zu beurteilen.

Zwischen professionellem Wassergurgeln und angeregtem Diskutieren steigt die Spannung, welches Wasser die beste Note erhalten wird. „Das erste Wasser schmeckt viel mehr nach Wasser als das zweite Wasser!“, meint Ronja Schatz. „Nein, das schmeckt zu sehr nach Schwimmbad!“, widerspricht Sören Hauhut. Die „Wassersommeliers“ sind teilweise selbst erstaunt darüber, was sie alles entdecken.

Umso erfreuter reagieren sie, als ihre Beurteilung zu ihrem erhofften Ergebnis passt: Das Wasser aus dem Hahn erhält eine bessere Gesamtnote als das Luxusprodukt. „Dort, wo das teure Wasser ursprünglich herkommt, herrscht Wasserknappheit. Außerdem reist es um die halbe Erde. Und trotzdem können wir das Wasser hier einfach so kaufen, obwohl wir doch bestes Leitungswasser besitzen!“ – fasst Indra Zwick die Erkenntnisse der Challenge treffend zusammen.

 

Romy Kempter überzeugt die Jury

Schwäbische Zeitung, 27.02.2018

Alles zweite Sieger und eine erste Siegerin beim Kreisentscheid des Vorlesewettbewerbs: Luca-Mara Schmid, Larissa Halmer, Romy Kempter, Alexandra Melis, Timo Jaszinski, Paulina Knaus, Lena Weinert, Pia Zirn (von rechts). (Foto: Gabriele Loges)

Gabriele Loges

In der Stadtbücherei haben sich beim Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels sieben Schülerinnen und ein Schüler der sechsten Jahrgangsstufe gemessen. Alle sind Schulsieger aus dem nördlichen Kreisgebiet. Romy Kempter vom Martin-Heidegger-Gymnasium Meßkirch erhielt den ersten Platz, alle weiteren Teilnehmer erhielten einen zweiten Platz.

Christina Thormann, Leiterin der Stadtbibliothek, forderte zu Beginn die mitgekommenen Fans, wie Eltern und Großeltern, aber auch Lehrer auf, den versammelten Schulsiegern mit Applaus zu gratulieren. Gesetzt waren die acht Lesemeister so, wie sie nach einer gelosten Reihenfolge lesen sollten. Zuerst beruhigte Thomann die Lesestars: „Ich weiß, ihr seid nervös, aber ihr habt schon einen Wettbewerb gewonnen und es ist einfach wichtig, dass ihr Spaß habt.“

Alle Schüler stellten zunächst ihr Buch in eigenen Worten vor und lasen dann eine Passage von fünf Minuten. Luca-Mara Schmid vom Reinhold-Frank-Schulzentrum Ostrach wählte „Elena, Schatten über dem Turnier“ von Nele Neuhaus. Larissa Halmer von der Grafen-von-Zimmern Realschule Meßkirch findet „Dolphin Dreams, ein einzigartiger Sommer“ von Catherine Hapka gut. Den Spannungserfolg „Aquila“ von Ursula Poznanski begeisterte Romy Kempter vom Martin-Heidegger-Gymnasium Meßkirch. Alexandra Melis von der Liebfrauenschule Sigmaringen (Realschule) las von Isabel Abedi „Lola Schwesterherz“. Der einzige Junge, der am Schluss den Tipp bekam, für das Vorlesen bei seinen Kumpels zu werben, Timo Jaszinski von der Bilharzschule Sigmaringen findet „Fünf Freunde“ von Enid Blyton lesenswert. Pauline Knaus von der Laucherttalschule Gammertingen (Realschule) stellte „Ella in der Schule“ von Timo Parvela vor. Lena Weinert vom Gymnasium Gammertingen tauchte in J.K. Rowlings „Harry Potter und der Feuerkelch“ ein und Pia Zirn von der Liebfrauenschule Sigmaringen (Gymnasium) interpretierte „Mein Lotta-Leben“ von Alice Pantermüller.

Die Jurymitglieder wissen allerdings nicht, in welche Schule oder Schulform die Vorlesenden gehen. Susanne Fuchs, die Leiterin der Hochschulbibliothek Albstadt-Sigmaringen, Joachim Greisle, Besitzer der Buchhandlung Rabe, Martina Feldt, die Leiterin der Stadtbibliothek Pfullendorf sowie die Vertreterin der „Schwäbischen Zeitung“ bewerteten beide Leserunden und kürten die beste Gesamtleistung. Beim eigenen Text wurden Lesetechnik, Interpretation und Textauswahl berücksichtigt, beim fremden Text Lesetechnik und Interpretation. Auffallend war in diesem Jahr, dass alle Lesenden den eigenen Text sehr gut gelesen haben, aber über den Fremdtext gestolpert sind.

Wieder war es „keine leichte Entscheidung“, so Thomann bei der Verkündung der Preise. Sigmaringens Bürgermeister Thomas Schärer konnte aus Zeitgründen nur Pia beim Lesen zuhören: „Es hat richtig Spaß gemacht ihr zuzuhören, lest weiter fleißig Bücher oder E-Bücher.“ Alle Lesenden erhielten von ihm das vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels ausgesuchte Buch „Feo und die Wölfe“ und die Siegerin zusätzlich das Buch „Wie ein springender Delfin“, beides Übersetzungen aus dem Englischen. Dazu gab es für alle eine Urkunde und eine süße „Nervennahrung“.

Romy nahm am Ende hocherfreut die Glückwünsche von allen, auch von den „Konkurrenten“, entgegen: „Das hätte ich nicht erwartet, denn alle waren sehr gut.“ Zuhause liest sie gerne den Geschwistern laut vor und sieht dies als gute Übung für den Fremdtext. Zusammen mit der Siegerin aus Pfullendorf wird sie am 21. April in Tübingen beim Bezirksentscheid den Landkreis Sigmaringen vertreten und hofft auf ein Weiterkommen.

 

Schülerinnen und Schüler des Martin-Heidegger-Gymnasiums unterstützen Straßenkinder in Honduras

Im Bild die Klasse 8b, vordere Reihe v. links: Svanhild Steck, Dalia Herzog, Frau Benno, Frau Kempe, Frau Westäcker

Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 8b des Martin-Heidegger-Gymnasiums hatten im letzten Schuljahr beschlossen, sich im Rahmen der „Eine-Welt-Patenschaft“ für benachteiligte Kinder in Mittelamerika einzusetzen. Kürzlich konnten sie nun Frau Benno, Frau Kempe und Frau Westäcker von dem Kinderhilfswerk nph Deutschland eine Spende in Höhe von 776 Euro übergeben. Die Schülerinnen und Schüler, zahlreiche Eltern und die Klassenlehrerinnen Frau Rettich und Frau Kaunas hatten den Geldbetrag mithilfe einer Tombola beim Schuljahresabschlusshock sowie durch Los- und Plätzchenverkauf bei der Meßkircher Schlossweihnacht erwirtschaftet. Für die Klasse war es ein schönes Erlebnis, im Vortrag der freiwilligen Helferinnen mehr über die Arbeit vor Ort zu erfahren und zu sehen, wofür die Gelder benötigt werden. Zudem freuten sich die Schülerinnen und Schüler über den gemeinsam erzielten Erfolg ihres sozialen Projekts.

Herausragende Platzierungen bei Bolyai-Teamwettbewerb

Die Teams des Martin-Heidegger-Gymnasiums Meßkirch erzielten erneut sehr gute Ergebnisse beim bundesweiten Mathematik-Teamwettbewerb Bolyai 2018.

 

Das gemeinsame Lösen mathematischer Knobeleien ist ein zentraler Aspekt des Vierer-Team-Wettbewerbs Bolyai. Benannt nach János Bolyai, einem ungarischen Mathematiker, müssen bei diesem internationalen Wettbewerb unter Zeitdruck knifflige Aufgaben gelöst werden.

Zum ersten Mal mit dabei waren 2 Teams aus der Klassenstufe 7. Die „2 Schlauköpfe“, bestehend aus David Gosztonyi und Annika Utz, erkämpften sich trotz zahlenmäßiger Unterlegenheit einen soliden Platz im Mittelfeld der insgesamt 148 teilnehmenden Teams und ließen damit etliche Viererteams hinter sich. Einen sehr guten 13. Platz sicherten sich „Die 4 A-Sisters“, bestehend aus Alina Bialk, Anna Biselli, Hanna Reitze und Sophia Stürmer. Bundesweit zählen sie zu den besten 10% in ihrer Altersklasse.

In der Klassenstufe 10 traten “Die Outlaws” mit einer kurzfristigen Neubesetzung (Lea Sauter, Nadine Schulz, Yaren Uslu und Leonardo Weigele) an und erreichten einen beachtlichen Platz im vorderen Drittel. Das Vorjahres-Siegerteam “Die Checker” (Dominik Benkler, Daniel Spieß, Christian Ültzhöfer, Tarek Zwick) schaffte es erneut in die Top 10 und verpasste die Preisränge nur knapp um 2 Punkte. Damit zählen sie auch in diesem Jahr wieder zur mathematischen Spitze der drei südwestlichen Bundesländer (BW, Rheinland-Pfalz und Saarland). Mathematik-Lehrer Heiko Adler, der den Wettbewerb betreut, zeigte sich mit dem Abschneiden der Gymnasiasten sehr zufrieden.

Die Düfte Frankreichs

Der „Deutsch-Französische Tag“ am Martin-Heidegger-Gymnasium

 

Vor 55 Jahren wurde von Charles de Gaulles und Konrad Adenauer mit der Unterzeichnung des Élysée-Vertrags der Grundstein für ein freundschaftliches Verhältnis der beiden Länder gelegt. Anlässlich des 40. Jahrestags erklärten der damalige französische Präsident Jacques Chirac und Bundeskanzler Gerhard Schröder den 22. Januar zum „Deutsch-Französischen Tag“, der die Jugendlichen aus beiden Ländern einander näherbringen soll. In diesem Sinne wird auch am Martin-Heidegger-Gymnasium seit vielen Jahren dieser Tag zum Anlass genommen, um die Meßkircher Schülerinnen und Schüler mit den Traditionen und der Kultur des Nachbarlandes vertraut zu machen. In diesem Jahr hatte sich die Fachschaft Französisch etwas Besonderes einfallen lassen. In einem eigens dafür vorbereiteten Raum wartete auf die Schülerschaft eine Vielzahl an kleinen Döschen, die allesamt eine Duftprobe enthielten, die es zu erraten galt. Natürlich hatten alle Düfte einen Bezug zur frankophonen Welt, und so ergab sich für die neugierig Riechenden schließlich ein breites Panorama der „âromes de la France“, dem Motto der diesjährigen Veranstaltung. Der traditionelle Verkauf einer besonderen französischen Süßigkeit, der Carambars, rundete das Angebot ab. Der Erlös kommt dem Schulpatenschaftsprojekt mit Burundi zugute.

Jugendaustausch mit Kahoku

18 Schüler des Martin-Heidegger-Gymnasiums und der Grafen-von-Zimmern-Realschule haben am Jugendaustausch der Stadt Meßkirch teilgenommen und sind nach Kahoku gereist. Begleitet von ihren beiden Lehrern Annemarie Diener und Mario Milos, verbrachte die Delegation acht Tage in der japanischen Partnerstadt von Meßkirch. Die Teilnehmer waren während ihres Aufenthaltes in Gastfamilien untergebracht und konnten so intensive Einblicke in den Alltag und das Leben einer japanischen Familie gewinnen.

 

Großzügige Spende

 

Die Volksbank Meßkirch unterstützt die Schülerbibliothek des Martin-Heidegger-Gymnasiums mit 1000 Euro.

Im Bild von links: Markus Herz, Marion Gut, Marita Espelage, Yusuf Sahin, Aron Keller und Christian Ültzhöfer

 

Zur großen Freude von Bibliotheksleiterin Marion Gut und ihrem Team konnte das Angebot der Schülerbücherei am Martin-Heidegger-Gymnasium bereichert werden. Im Namen der Schule bedankten sie sich bei Volksbankvorstandsmitglied Markus Herz für die Spende von 1000 Euro und präsentierten die damit erworbenen Neuanschaffungen. Bei der Übergabe lobte Markus Herz das Engagement des Schülerteams und wünschte den neuen Büchern viele zufriedene Leser.

 

Meßkircher Schüler besuchen Gastfamilien in Frankreich

 

Meßkirch sz 43 Schüler des Martin-Heidegger-Gymnasiums haben ihre Gastfamilien in der Partnerstadt Sassenage besucht. Begleitet wurden sie von ihren Lehrern Jessica Rinninger und Stephan Protze. Am ersten Tag nahmen die Deutschen am Unterricht im Collège teil und besichtigten am Nachmittag die französische Partnerstadt.

Die nahe gelegene Metropole Grenoble besichtigten sie zuerst per Seilbahnfahrt von oben, bevor in kleineren Gruppen Stadt-Rallye veranstaltet wurde. Bei weiteren Ausflügen konnten die Schüler die Region und die Geschichte der Dauphiné kennenlernen. Bei einer von Rangern geführten Wanderung im Bergmassif Vercors wurde wissenswertes über die Geologie und Biologie der Alpen erzählt. Die Gruppe erhielt Einblicke in tragische Kapitel der deutsch-französischen Geschichte, die sich hier im 2. Weltkrieg zugetragen hatten.

Zusammen mit ihren französischen Austauschpartnern machten die Meßkircher einen Ausflug in den Safaripark Peaugres, wo es viele exotische Tiere aus nächster Nähe zu sehen gab. Der Schullauf der Partnerschule war ein sportlicher Höhepunkt des Programms und einige Schüler aus Deutschland schafften es sogar unter die besten 10 ihrer Jahrgänge. Die Deutschlehrerin des Collège, Françoise Bouvat, verlieh ihnen am Abschiedsabend Geschenke für ihre Leistungen. Begleitend zu ihrem Aufenthalt mussten sich die Schüler dieses Jahr über Fest- und Feiertage in Frankreich informieren und eine Ausstellung dazu erarbeiten. Diese war ebenfalls am Abschiedsabend zu sehen und wird bald auch am Gymnasium ausgestellt. Bürgermeister Coigné wünschte den Schülern anlässlich des Empfangs durch die Stadt Sassenage schöne Erfahrungen in seiner Gemeinde und lobte die jahrzehntealte Schulpartnerschaft.

Abschied mit einem lachenden Auge

Oberstudienrat Michael Lingner geht in Pension. Der Lehrer hat am Martin-Heidegger-Gymnasium 41 Jahre lang gewirkt.

Ab heute drücken die Schüler der Kreutzerstadt und in der Region wieder die Schulbank. Sie starten in ein neues Schuljahr. Oberstudienrat Michael Lingner muss seine Schultasche nicht mehr packen. Der beliebte Lehrer vom Martin-Heidegger-Gymnasium ist in Pension gegangen. Seine letzten Tage waren noch ziemlich ausgefüllt. "Ich habe noch alles voll mitmachen dürfen, vom Abitur in Englisch am Martin-Heidegger-Gymnasium (MHG), der Abnahme des Musikabiturs in Sigmaringen und die Aufführungen des Unterstufenmusicals am MHG. Langsam den Riemen runterschmeißen, geht da nicht", berichtet er im Gespräch mit dem SÜDKURIER.

1981 war Lingner nach dem Referendariat an einer Brennpunktschule in Stuttgart und in einer Schule in Markgröningen ans Martin-Heidegger-Gymnasium gekommen und unterrichtete Musik und Englisch. Er war Klassenlehrer und Tutor für die Oberstufe, und betreute die Medien und Computer. Deshalb hatte er in seiner geräumigen Pilotentasche, die er jahrelang in die Schule trug, auch immer Werkzeug, um die Geräte zu reparieren. 2016 feierte Michael Lingner sein 40-jähriges Dienstjubiläum.

Musik ist die große Leidenschaft des 64-Jährigen. Sein Hauptinstrument ist das Cello und im Musikunterricht begleitete er die Schüler am Klavier. Für lange Zeit war Lingner der einzige Musiklehrer am Meßkircher Gymnasium. Er erinnert sich noch gut an die ersten Musicalversuche mit "Cats" und "Tanz der Vampire", unter freiem Himmel und mit ganz viel Improvisation. Einmal habe es dabei sehr geregnet, aber die Besucher seien sitzengeblieben. Die Hände unter einer schützenden Folie hatte Lingner das Piano gespielt.

Seinem Abschied blickte der Oberstudienrat im Ruhestand mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen. Das hervorragende Kollegium am MHG wird ihm fehlen. "Die machen einen super Job. Es war toll, Teil dieses Teams zu sein", betont Lingner. Am letzten Tag sei er mit vielen guten Wünschen und einem umgedichteten Lied verabschiedet worden. Doch es werde nun auch Zeit kürzer zu treten. Als er 1981 anfing, habe er seinen Oberstufenschülern altersmäßig viel näher gestanden; nun sei er der Älteste gewesen. Die Schüler und die Schullandschaft hätten sich verändert. Die Leistung der Schüler ist deutlich zurückgegangen, bedauert Lingner. "Ich muss jetzt schauen, wie es sich anfühlt. Man hat sich über den Beruf definiert, ich war Lehrer und Lehrer ist man ja 24 Stunden am Tag", blickt er gelassen in die Zukunft.

Michael Lingner freut sich, nun außerhalb der Schulferien mit dem geräumigen Wohnanhänger in Urlaub fahren zu können. Ein großes Gedankenprojekt ist eine Rundreise in die USA, mit Besichtigung der Nationalparks. Doch das wird noch dauern, bis auch seine Frau Gabriele in Ruhestand ist. Lingners orientieren sich eher nach Frankreich und in die wärmeren Gefilde. "Als 'Englischmann' sollte ich eigentlich mal wieder nach Großbritannien fahren, aber da regnet es so oft", lacht er. "Schau'n wir mal, wo es uns noch überall hinzieht", ist Lingner für vieles offen.

Von einem Mitglied im Rotary Club Pfullendorf-Meßkirch würde immer Engagement gebraucht. Aktuell leitet Michael Lingner die Schola St. Martin. Der Neupensionär könnte sich vorstellen, sich ehrenamtlich zu engagieren. Auf jeden Fall wird das Arbeitszimmer in ein Musikzimmer umgewandelt. Er habe ferner bereits zugesagt, weiter im Technik-Team bei den Unterstufenmusicals am Martin-Heidegger-Gymnasium zu unterstützen.

Deutlich in der Erinnerung des langjährigen Pädagogen und Lehrers ist seine erste fünfte Klasse geblieben, der erste Schullandheimaufenthalt und die Klassenfahrt nach Bonn. Später legten die Kinder seiner ehemaligen Schüler bei ihm Abitur ab. Auch die musikalische Entwicklung von ehemaligen Musikschülern freut ihn. Im Ruhestand will er seine handwerklichen Fähigkeiten ausbauen, mit Holz arbeiten. Und da sei schließlich noch Liegengebliebenes aufzuarbeiten: "Hundert Ecken im Haus, die mich anschauen und sagen, du wolltest dich schon lange um mich kümmern."

Fluminantes Schlosskonzert der Big Band zum Schuljahresende

Viel Applaus gab es für die Big Band des des Martin-Heidegger-Gymnasiums beim Schlosskonzert zum Schuljahresende. Angeleitet wird die Band von Lehrerin Susanne Pflumm-Hruza.

Big Band mit Judith Schmid (Tenorsaxofon) bei einem ihrer Soloparts. Lehrerin Susanne Pflumm-Hruza dirigiert. | Bild: Bernhard Stohmaier

Maren Schmid singt ausdruckstark "Hello". | Bild: Bernhard Stohmaier

Meßkirch – Die Big Band des Martin-Heidegger-Gymnasiums Meßkirch hat zum Schuljahresende mit einem Konzert im Schloss Meßkirch einen fulminanten Schlusspunkt gesetzt. Unter der Leitung von Susanne Pflumm-Hruza konnten die Musiker der Big Band überzeugen und mitreißen. Beachtenswert ist der Umfang der dargebrachten Stücke. Insgesamt 14 Stücke der vorwiegenden Richtung Jazz, Swing und Pop wurden von den Musikern selbst angesagt. Zahlreiche Soloparts begeisterten die Besucher und wurden mit spontanem Zwischenapplaus belohnt.

Maren Braun sang die beiden Stücke "Blue Moon" und "Hello". Kerstin Bienert sang zum Stück "It don't mean a thing". Beide wurden mit reichlich Applaus bedacht. Am Ende war stehender Applaus der etwa 120 Besucher angesagt und damit auch Anlass für mehrere Zugaben. Auf "In the mood" folgte nach Zwischenbemerkungen ""Caravan" und schließlich "Gonna fly now". Im Veranstaltungssaal des Schlosses wäre für interessierte Schüler noch Platz gewesen. Am Dienstag können sie wenigstens einen kleinen Teil des Repertoires noch sehen und hören.

Wie aber kommt die Big Band des Gymnasiums auf ein so hohes Niveau? Lehrerin Susanne Pflumm-Hruza, die die Band anleitet, sprach von einem Glücksfall, dass die Band derzeit so gut aufgestellt ist. Nächstes Jahr werden einige Trompeter "wegbrechen", sprich ihr Abitur machen. Seit viereinhalb Jahren besteht diese Band. Sie setzt sich aus Schülern aus den Klassenstufen sechs bis zwölf zusammen und muss sich stetig erneuern.

Robin Beer ist in der sechsten Klasse. Er spielt Tenorhorn auch in der Jugendkapelle Meßkirch. "Ich kam aus eigenem Interesse dazu. Auch meine Eltern haben es mir empfohlen. Seit einem halben Jahr bin ich dabei," sagt er begeistert. Doch wann üben sieben Klassenstufen gleichzeitig? "Das war auch mit Randstunden nicht zu machen", sagt Pflumm-Hruza. "Wir üben projektweise sonntags ein- bis zweimal im Monat von 9 bis 13 Uhr. Da geht schon was." Gute Gemeinschaft werde ebenfalls besonders gepflegt. Auftritte gab es beim Neujahrsempfang, dem Kultursprung, beim Besuch von Kultusministerin Kerstin Eisenmann, beim Abi-Ball und demnächst am Schulfest beim Schulabschlusshock am 25. Juli nachmittags.

 

Akteure

Die Bigband ist derzeit hervorragend besetzt. Altsaxofon: Andreas Putzi, Lea Wischnewski, Jessica Utz, Leonardo Weigele, Lena Erath, Madeleine Dreher. Tenorsaxofon: Judith Schmid, Laura von Briehl. Barisaxofon: Andreas Putzi. Trompeten: Alina Schober, Jeremias Fangauer, Johannes Kille, Tizian Hensler, Dominik Riegger. Klarinette: Maren Schmid. Posaune: Nathalie Waldenspuhl. Tenorhorn: Sarah Moser, Robin Beer. Klavier: Selina Bienert, Alina Bialk. Bass: Markus Alexeenko. Schlagzeug/Percussion: Johannes Weißhaupt, Sören Hauhut. Gesang: Maren Schmid, Kerstin Bienert.

Musiker mit Soloparts: Andreas Putzi, Lea Wischnewski, Jessica Utz, Lena Erath, Judith Schmid, Alina Schober, Jeremias Fangauer, Johannes Kille, Nathalie Waldenspuhl, Robin Beer, Johannes Weißhaupt, Maren Schmid, Kerstin Bienert.

 

Martin-Heidegger-Gymnasium: Fünft- und Sechstklässler begeistern mit Musical "König Keks"

Das Musical von Chor und Theater-AG der Unterstufe am Martin-Heidegger-Gymnasium mit rund 100 Mitwirkenden ist ein alljährlicher Höhepunkt zum Schuljahresende für die Fünft- und Sechstklässler. Ein halbes Jahr hatten sie motiviert und engagiert auf die Aufführungen von "König Keks" hingearbeitet, Texte geübt, gebastelt, getanzt und gesungen, was die Kehle hergab. In zwei voll besetzten Vorstellungen in der Halle am Feldweg wurden sie dafür mit begeistertem Applaus belohnt.

Waren die Hauptakteure des Musicals "König Keks" gerade nicht als Schauspieler auf der Bühne in Aktion, rückten sie in die Reihen des Chors. | Bild: Sandra Häusler

Es war wieder einmal ein Hochgenuss für alle Sinne: viel Gesangstalent, gepaart mit mitreißenden Liedern, eine süß-scharfe Bühnenhandlung mit Witz und Charme, prachtvolle Kostüme und das alles live. Die Gesamtleitung hatten Markus Fiederer (musikalischer Leiter) und Annika Kaunas, Leiterin der Theater-AG. Eine Instrumentalgruppe aus Schülern begleitete die Musikstücke. Weiterhin unterstützten die Tanz-AG, eine Percussion-Gruppe, das eingespielte Technikteam, Klassenprojekte, Mentoren, Requisiten und Maske die Musicaldarbietung.

König Keks (Robin Beer), Herrscher über das Königreich Krokantien, liebt Süßes. Zum St.-Krokantius-Tag erwartet er seinen Sohn Prinz Nougat (Anne Wischnewski) von einer Weltreise zurück und will ihn just verheiraten. Doch Prinz Nougat will weder Prinzessin Glukosa (Sopie Schmidt) noch die Prinzessinnen Marzipana (Jule Molitor) und Karamella (Naomi Hellstern) heiraten, denn er hat sich auf der Reise in die "scharfe" Baronesse Oliva Pfefferkorn (Maxima Strobel) von den Chili-Inseln verliebt. König Keks will diese Verbindung keinesfalls zulassen.

Zum Ärger treibt auch noch das "Böse Brösel" (Karolin Mägerle, Anna Biselli) im Baumkuchenwald sein Unwesen und "karamellisiert" unzählige Opfer. Prinz Nougat zieht mit dem Gummibärchen Gelatino (Mariella Hafner) und der königlichen Gummibärchengarde los, um das "Böse Brösel" zu besiegen und seinen starrsinnigen Vater zu erweichen. Oliva soll auch heiraten, entweder den Ritter Metzel von der Schlachtplatte (Eugenia Pfaus), Sultan Curry Muskat von den Safran-Inseln (Nina Reichle) oder den Gulaschkanonenbaron (Lara Sauter).

Oliva kämpft ebenso für ihre Liebe und versucht ihren Vater, Baron Pfefferkorn (Jasmin Ülzhofer), zu überzeugen: "Es geht hier um mich, meine Liebe und nicht um deine Geschäfte." Oliva und Gelatino gelingt es, den Fluch des "Bösen Brösels" zu brechen und die alle Karamellisierten, darunter auch Königin Vanilla (Fabienne Bediat) und Baronin Spaghetta Pfefferkorn (Lisa Klotz), zurückzuverwandeln. Am Ende siegen die Liebe und die Einsicht, dass süß und scharf perfekt zusammenpassen.

Michael Lingner (rechts) begleitet lange Jahre die Musicals der Unterstufe im eingespielten Technik-Team. Ohne ihn gäbe es am Martin-Heidegger-Gymnasium keine Musical-Tradition, unterstrich Markus Fiederer (vorne, von links): Annika Kaunas (Leiterin der Theater-AG), Markus Fiederer (musikalischer Leiter) und Michael Lingner. | Bild: Sandra Häusler