Die Klassen 9 und 10 formulieren Forderungen an die Politik

Die Jugendkonferenzen sind ein Format, das vom Kultusministerium und der Jugendstiftung Baden-Württemberg angeboten wird. Unter dem Motto „Deine Stimme zählt“ tauschen sich Jugendliche ab 14 Jahren zu Themen aus, die ihren Alltag prägen und beeinflussen. Mit diesem Instrument der Meinungsbildung sollen Jugendliche dazu ermutigt werden, wichtige Themen zu diskutieren und sich persönlich zu positionieren.

Die Konferenz erforderte im Vorfeld eine sorgfältige Vorbereitung. Angeleitet von Geschichtslehrerin Juliane Holland, die auch das erfolgreiche Bewerbungsverfahren initiierte, legten die Schülerinnen und Schüler zunächst fest, welche Themen mit welcher Priorität behandelt werden sollen. Mit großer Mehrheit wurden die psychische Gesundheit sowie Jugend- und Schüleraustausche zu den Top-Themen erklärt. Anschließend wurde ein Moderatorenteam bestimmt, das dann in einer Fortbildung der Jugendstiftung für die Aufgabe geschult wurde.

Zur Eröffnung der Konferenz begrüßten Schülersprecherin Sofia Mazur, Schulleiter Tobias Andelfinger und Bürgermeister Arne Zwick die Anwesenden und wünschten spannende Diskussionen und produktive Ergebnisse. Nach einem kurzen Warm-Up folgte die Konferenz dann dem vorgegeben Format. In der Halle am Feldweg waren 10 Thementische aufgebaut. Bei dem sogenannten „Speed-Café“ wechselten die Schülerinnen und Schüler im Minutentakt die Tische, an denen sie sich konzentriert zu den einzelnen Themen austauschten und erste Standpunkte schriftlich fixierten. Im folgenden „Deep-Café“ wählten die Jugendlichen ein Themengebiet aus, mit dem sie sich vertieft beschäftigen wollten. Die Auseinandersetzung sollte in der Formulierung von Forderungen an Entscheidungsträger münden. Von jeder Gruppe war jeweils eine Forderung an die Schule, die Kommune und das Land verlangt.

Die Präsentation der Ergebnisse wurde mit großer Spannung erwartet und es war beeindruckend zu beobachten, wie differenziert und ernsthaft sich die Schüler mit ihrer Gegenwart und Zukunft auseinandergesetzt hatten. Gefordert wurden u.a. die regelmäßige Behandlung aktueller politischer Themen im Unterricht, die Einrichtung eines Jugendrats, mehr politische Vorträge und Diskussionen an der Schule, mehr Projektunterricht, Unterstützung durch Schulpsychologen und Erziehung zu Selbständigkeit. Die Forderungen an Kommune und Schule konnten direkt an den Bürgermeister und den Schulleiter übergeben werden. Die Wünsche an die Landesregierung werden von einer Meßkircher Delegation zur Landesjugendkonferenz am 15. Juli nach Stuttgart mitgenommen werden. Dort treffen sich Vertreter aller 150 Schulen, die in diesem Jahr eine Jugendkonferenz durchführen und diskutieren ihre Ergebnisse mit Mitgliedern der Landesregierung.

Am Martin-Heidegger-Gymnasium werden die Forderungen in der Folgekonferenz „Schule der Zukunft“ am 11. Februar aufgegriffen und geprüft, ob und wie sie sich umsetzen lassen. Es ist völlig offen, wie die Ergebnisse aussehen werden, aber mit der Jugendkonferenz wurde ein Prozess angestoßen, mit dem die Schüler demokratische Mitbestimmung üben und ihre Lebenswelt aktiv gestalten können.